Michael Fiolka – über Kaffee und den Start am LFO

9. März 2021

Michael Fiolka – über Kaffee und den Start am LFO

Wer Kaffeeliebhaber ist, wird wahrscheinlich festgestellt haben, dass der Kaffee zu Hause für gewöhnlich am besten schmeckt. Allerdings kann dieses raffinierte und bis zur Perfektion eingeübte Morgenritual auch eine Erinnerung daran sein, dass zu dem vollendeten Genuss eine Zutat fehlt. Diese Zutat kann keine Siebträgermaschine, kein tagesformabhängiges Anpassen des Mahlgrads, kein sorgsames Abwägen des Anpressdrucks unter Berücksichtigung der Luftfeuchtigkeit und letztlich auch keine fermentierte Bohne aus der Hinterlassenschaft von Wildkatzen liefern. Denn es ist die menschliche Gesellschaft, die den Kaffee zum eigentlichen Geschmackserlebnis macht.

Der außergewöhnliche Umstand, innerhalb einer Pandemie an den LFO gekommen zu sein, hat bei mir ein bestimmtes Bild des Lehrstuhls hinterlassen: einsame Anreise, leere Büros und Abwesenheit auf den Gängen. Eine ungewohnte Stille. Aber glücklicherweise konnte diese Menschenferne schnell gefüllt werden – durch die aufmerksame Aufnahme in das Team LFO durch die Kollegen und Kolleginnen am Lehrstuhl.

Der gut strukturierte Einarbeitungsprozess ermöglichte mir einen einfachen Einstieg in dieses komplexe Geflecht aus Lehre, Projektarbeit und zuletzt auch dem selbstverwirklichenden Prozess der Promotion. Dieser motivierende Sprung ins Gewässer aus neuen Strukturen wäre ohne die menschliche Komponente meiner Arbeit nicht möglich gewesen. Gesellschaft ist Teil unseres Lebens und ich habe gelernt, dass man sich diesen nicht nehmen lassen darf. Umso schöner war es zu sehen, dass die Bereitschaft Gespräche über Zoom und Co zu führen bei allen Kollegen stets vorhanden war und auch überraschend große Früchte trägt. Es gibt so viele digitale Gelegenheiten Erfahrungen auszutauschen, organisatorische Fragen zu stellen und die Koordination der Arbeitspakete zu gestalten.

Vor allem habe ich daraus mitgenommen, in dieser ungewohnten Situation mutig die nötigen Schritte vorwärts zu machen und umso mehr auf die neuen Kollegen zuzugehen – dies wurde belohnt durch die Offenheit und Hilfsbereitschaft seitens selbiger und der Lehrstuhlleitung.

Dies ist letztlich jedoch nur ein digitaler, ein virtueller Eindruck der Menschen am LFO. Deswegen freue ich mich zukünftig sehr auf einen analogen Austausch durch Meetings in physischen Räumen, zwischen Themen und Türen und zuletzt auf diesen simplen Kaffee aus dem profanen Mensa-Automaten – aber dann eben gemeinsam mit den Kollegen.