GRIPSS-X

12. Dezember 2022

GRIPSS-X

Das BMBF geförderte Projekt GRIPSS-X konnte sich mit drei anderen Verbundprojekten aus insgesamt 27 Bewerbungen der Förderreihe GAIA-X-Anwendungen in Wertschöpfungsnetzwerken (InGAIA-X) durchsetzen. Dabei steht das Akronym für GAIA-X-Ready Industrial Product-Service Systems: Smarte Tools für servicezentrierte Anwendungen in Wertschöpfungsnetzwerken, Fokus sind demnach verschiedene Anwendungen zur Verringerung des Koordniationsaufwandes bei der Zusammenarbeit mehrerer Akteure in Wertschöpfungsnetzwerken.

MINIS (Crosslabs)
GRIPSS-X: GAIA-X-Ready Industrial Product-Service Systems: Smarte Tools für servicezentrierte Anwendungen in Wertschöpfungsnetzwerken

Industrie 4.0 – GAIA-X-Anendungen in Wertschöpfungsnetzwerken (InGAIA-X)

Durch die fortschreitende Digitalisierung liegt auch die Zukunft der Wertschöpfung in der Vernetzung zwischen Unternehmen und der unternehmens-übergreifenden Nutzung von Daten. Hierdurch eröffnen sich Einsparpotenziale, Synergien und Mehrwerte, die zur Ergänzung bestehender bzw. Realisierung neuer Anwendungen oder Geschäftsmodelle führen können. Daten werden zu einem Wirtschaftsgut. Durch anwendungs-bezogene Datenökosysteme von Entwicklern, Anbietern und Anwendern von Produkt-Service- sowie Produktions-Service-Systemen kann der heutige Wettbewerbsvorteil ausgebaut werden. Die vernetzte Datenökonomie stellt zentrale Fragen an Datensicherheit, -integrität und -souveränität, die insbesondere für den Mittelstand eine hohe Einstiegshürde in digitalisierte Wertschöpfungsnetzwerke bedeutet. Mit der europäischen Dateninfrastruktur GAIA-X wurde die Grundlage geschaffen vertrauenswürdige und sichere datenbasierte Informations- und Geschäftsmodelle u. a. im Produktions- und Dienstleistungsbereich zu ermöglichen. Standardbasierte, aber auch individualisierbare oder dezentrale Bausteine, bieten dabei einen Gegenpol „Made in Europe“ zu proprietären, monopolartigen Lösungen außereuropäischer Anbieter. GAIA-X-konforme Datenökosysteme für Industrie 4.0 mit Unterstützung durch adaptierbare KI-Methoden sind ein wichtiges Hilfsmittel, eine moderne Produktion mit intelligenten Dienstleistungsangeboten der Zukunft zu sichern.

Mit GAIA-X-konformen industriellen Produkt-Service-Systemen in die Zukunft

Die technologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte haben eine große Bandbreite an Möglichkeiten für Unternehmen geschaffen, neue Märkte zu erschließen sowie Wertschöpfungsnetzwerke zu utilisieren. In der unternehmerischen Praxis haben sich allerdings neue Hürden aufgetan. Insbesondere die Integration moderner Technologien in bestehende Produkt-(Service)-Systeme, wie etwa KI oder Blockchain, sowie die organisatorische Struktur der unternehmensübergreifenden Wertschöpfung, stellen die Industrie vor große Herausforderungen. Der potenzielle Nutzen unternehmensübergreifender Daten- und Informationsflüsse steht den Bedenken bezüglich Datenintegrität, -souveränität und den damit verbundenen Bedenken eines Abfließens besonders schützenswerter Unternehmensdaten und (IP-relevantem) Wissen gegenüber.

Das Ziel des Forschungsprojekts GRIPSS ist die Entwicklung und Erprobung einer Infrastruktur, die den unternehmensübergreifenden Austausch von Daten in einem sicheren und souveränen Kontext ermöglicht. Die Barrieren für die Ko-Kreation in Wertschöpfungsnetzwerken werden abgebaut, um unternehmensübergreifende Innovationen zu stimulieren. Konkret wird eine marktplatzähnliche Plattform für industrielle Dienstleistungen entstehen, die unter Konformität zu den Prinzipien von GAIA-X und auf Basis der GAIA-X Federated Services, die unternehmensübergreifende Entwicklung, Anbahnung und Abwicklung hochtechnologischer industrieller Produkt-Service-Systeme unterstützt. So entsteht aus der Vision von GAIA-X eine branchenspezifische Anwendung im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus.

Im Rahmen dieses Verbundprojekts wird auf Basis der GAIA-X Federated Services eine marktplatzähnliche Plattform zur Ko-Kreation industrieller Dienstleistungen konzipiert und implementiert. Dabei bilden die Konsortialpartner des Forschungsprojekts die gesamte Wertschöpfungskette für industrielle instandhaltungsnahe Dienstleistungen ab – vom Kunden bis zum hochspezialisierten (IT-)Dienstleister. Dieser Umstand ermöglicht die Entwicklung prototypischer (Produkt-)Services, von rein objektbezogenen bis hin zu datengetriebenen (KI-)Services, sowie Analysen von Schnittstellenproblematiken. In einem iterativen Zyklus aus Weiterentwicklung und Evaluation wird die entstehende Infrastruktur hinsichtlich der Wirkung auf unternehmensübergreifende Innovationen, dem Nutzenbeitrag für Wertschöpfungsnetzwerke, sowie der nötigen Transformationsleitfäden fortlaufend untersucht.

Der Abbau von Barrieren in unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsnetzwerken bietet großes wirtschaftliches Potenzial und insbesondere eine Anschlussfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen. Die geleistete Arbeit zur GAIA-X-konformen Ausgestaltung von Wertschöpfungsnetzwerken soll in DIN-Normen überführt werden und steht gemeinsam mit den Transformationsleitfäden für die Anwendung in weiteren Branchen und Szenarien zur Verfügung. In wissenschaftlichen Publikationen werden die Erkenntnisse am Rande der technischen Entwicklung dem weltweiten Fachpublikum zugeführt und gespiegelt.

Laufzeit

Projektlaufzeit: 01.11.2022 – 31.10.2023

Förderkennzeichen: 02J21D100