Netzwerkstabiliserung in der Elektroindustrie

13. Juli 2020

Netzwerkstabiliserung in der Elektroindustrie

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Primäres Ziel dieses Forschungsvorhabens mit dem Langtitel „Methoden zur Stabilisierung kritischer „Electronic Supply Chains“ mittels Identifikation und Harmonisierung dafür ursächlicher Kunden-Lieferanten-Schnittstellen (STABLE)“ war die Vermeidung bzw. Reduzierung von Lieferengpässen in Lieferketten mit Elektronikkomponenten. Die entwickelten Werkzeuge und Methoden können dabei sowohl präventiv als auch reaktiv unter Einhaltung einer optimalen Kostenverteilung zwischen den beteiligten Unternehmen eingesetzt werden.

Es wurden kritische Ketten in Netzwerken aus Endproduktherstellern und mehrstufigen Lieferketten aus der Elektroindustrie identifiziert, analysiert und Methoden und Werkzeuge zur Visualisierung, Gestaltung und Steuerung dieser kritischen Ketten erarbeitet. Zudem wurden mittels Methoden der Kosten-Nutzen-Verrechnung erzielte Einsparungen (Reduzierung bzw. Vermeidung von Sonderschichten oder Sondertransporten, Vermeidung von Umsatzausfällen wegen geringer Lieferfähigkeit, etc.) den notwendigen Aufwänden gegenübergestellt, um somit eine Basis für einen Nutzenausgleich zwischen den beteiligten Partnern (Kunde, Lieferant, Logistikdienstleister) zu erreichen.

Zulieferer von Komponenten mit Elektronikbauteilen sehen sich gegenwärtig und zukünftig noch stärker mit veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert. Die Netzwerke, in denen diese Lieferanten agieren, sind einerseits von den Herstellern der Endprodukte (OEM) und andererseits von global agierenden, großen Lieferanten kompletter elektronischer Module dominiert („Mega-Supplier“).

Kleinere und mittlere Lieferanten der elektronischen Basistechnologie stellt diese Situation häufig vor Schwierigkeiten, mit denen sie früher nicht konfrontiert waren. Neben den typischen Anforderungen an Industrien mit variantenreicher Serienproduktion (Automobilindustrie, Elektronikindustrie, teilweise Maschinen- und Anlagenbau, etc.), wie die Beherrschung einer zunehmenden Variantenvielfalt bei gleichzeitig steigender Umfeldturbulenz, was wiederum zu höheren Qualitätsanforderungen an alle logistischen Prozesse führt, zeichnet sich der Lieferkettentyp der „Electronic Supply Chains“ besonders durch charakteristischen Merkmale aus.

Vor dem Hintergrund branchenübergreifend konkurrierender und damit hochturbulenter „Electronic Supply Chains“ mit verschiedenen Produktlebenszyklen werden im Projekt STABLE Methoden und Werkzeuge zur Harmonisierung dieser Ketten geschaffen werden. Da kleine und mittelständische Unternehmen in diesen Ketten eine sehr wichtige Rolle einnehmen (viele Arbeitsplätze, hoher Innovationsgrad, etc.), die aktuellen Veränderungen aber eine große Herausforderung für sie darstellen, werden die zu entwickelnden Ansätze auf genau diesen Unternehmenstyp zugeschnitten. Zur Erreichung dieser Zielsetzung sind logistische Kernprozesse (Bestell- und Abrufverhalten, Lieferverhalten, etc.) sowie zentrale logistische Kenngrößen (Bestände, Liefererfüllung, Transportzeiten und -kosten, etc.) Untersuchungsgegenstand. Neben der Sicherstellung der Versorgungssicherheit wird durch das zu erarbeitende Kostenausgleichsmodell auch das Thema „Transaktionskosten an der Schnittstelle Kunde-Lieferant“ intensiv betrachtet.

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